Wer sein Auto rechtzeitig auf den Winter vorbereitet, kann Sicherheitsrisiken, Pannen und unnötige Kosten reduzieren. Besonders wichtig sind geeignete Winterreifen, eine ausreichende Profiltiefe und die Kontrolle von Reifendruck, Batterie und Beleuchtung. Während Benziner und Diesel bei niedrigen Temperaturen vor allem durch Startprobleme und technische Belastungen auffallen können, müssen Elektroautofahrer zusätzlich die Auswirkungen der Kälte auf Reichweite und Ladeleistung berücksichtigen. Dieser Ratgeber erklärt die Winterreifenpflicht 2026, wichtige Unterschiede zwischen den Antriebsarten und die entscheidenden Maßnahmen für eine sichere Fahrt bei Schnee, Eis und Frost.
Sinkende Temperaturen, nasse Straßen und erste Frostnächte kündigen die kalte Jahreszeit an. Für Autofahrer beginnt damit die Zeit, Reifen, Technik und Sicherheitsausstattung genauer zu überprüfen.
Die richtige Wintervorbereitung beschränkt sich allerdings nicht auf den Reifenwechsel. Je nach Antriebsart unterscheiden sich die Anforderungen erheblich.
Bei Benzinfahrzeugen stehen unter anderem die Starterbatterie, das Kühlsystem und die Zündanlage im Mittelpunkt. Dieselfahrzeuge reagieren bei extremer Kälte zusätzlich empfindlich auf Probleme mit der Kraftstoffversorgung. Elektroautos benötigen dagegen ein angepasstes Lade- und Energiemanagement.
Entscheidend ist, dass alle Fahrzeuge unabhängig vom Antrieb bei winterlichen Straßenverhältnissen mit geeigneten Reifen ausgestattet sein müssen.
Auf einen Blick: Die wichtigsten Regeln für Winterreifen 2026
| Thema | Regelung und Empfehlung |
|---|---|
| Winterreifenpflicht | Situativ bei bestimmten winterlichen Straßenverhältnissen |
| Gesetzliche Mindestprofiltiefe | 1,6 Millimeter |
| Empfohlene Profiltiefe | Mindestens 4 Millimeter |
| Winterreifen-Kennzeichnung | Alpine-Symbol erforderlich |
| M+S-Kennzeichnung allein | Seit 1. Oktober 2024 nicht mehr ausreichend |
| Reifenwechsel | Rechtzeitig vor winterlichen Straßenverhältnissen |
| Elektroautos | Tragfähigkeit, Freigaben und Effizienz besonders beachten |
| Ganzjahresreifen | Bei Alpine-Kennzeichnung grundsätzlich zulässig |
Wichtig: In Deutschland gibt es keine allgemeine Winterreifenpflicht für einen bestimmten Zeitraum. Entscheidend sind die tatsächlichen Straßenverhältnisse.
Die bekannte Faustregel „von Oktober bis Ostern“ ist eine Orientierungshilfe, aber keine gesetzliche Vorschrift.
Warum Winterreifen bei niedrigen Temperaturen wichtig sind
Winterreifen unterscheiden sich von Sommerreifen vor allem durch ihre Gummimischung und das Profil.
Ihre Konstruktion soll bei niedrigen Temperaturen und insbesondere auf Schnee und winterlich glatten Fahrbahnen eine bessere Kraftübertragung ermöglichen.
Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
-
Spezielle Gummimischungen für winterliche Bedingungen
-
Profilgestaltung zur Aufnahme und Ableitung von Schnee und Wasser
-
Lamellen zur Verbesserung der Verzahnung auf Schnee
-
Angepasste Traktion beim Anfahren und Bremsen
-
Verbesserte Fahrstabilität unter geeigneten Einsatzbedingungen
Sommerreifen sind dagegen für wärmere Bedingungen optimiert.
Bei Schnee und Eis können sie deutlich weniger Grip bieten. Das erhöht das Risiko längerer Bremswege und eines Kontrollverlusts.
Sind Winterreifen bereits unter sieben Grad notwendig?
Die häufig genannte Sieben-Grad-Regel ist keine gesetzliche Grenze.
Ob Winterreifen einen Vorteil bieten, hängt neben der Temperatur auch von Fahrbahnzustand, Reifenmodell und Wetter ab.
Auf trockener oder nasser Fahrbahn können moderne Sommerreifen selbst bei niedrigen Temperaturen gute Ergebnisse erzielen. Bei Schnee und winterlicher Glätte sind geeignete Winterreifen jedoch klar im Vorteil.
Praxistipp: Autofahrer sollten den Reifenwechsel nicht ausschließlich von der Außentemperatur abhängig machen, sondern Wetterprognosen, Fahrstrecken und die Wahrscheinlichkeit winterlicher Straßenverhältnisse berücksichtigen.
Winterreifenpflicht 2026: Was in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben ist
In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht nach § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung.
Demnach dürfen Kraftfahrzeuge bei bestimmten winterlichen Straßenverhältnissen grundsätzlich nur mit dafür geeigneten Reifen gefahren werden.
Dazu zählen:
-
Glatteis
-
Schneeglätte
-
Schneematsch
-
Eisglätte
-
Reifglätte
Die Regelung gilt grundsätzlich für Benziner, Diesel, Hybridfahrzeuge und Elektroautos gleichermaßen.
Alpine-Symbol: Welche Winterreifen sind 2026 erlaubt?
Seit dem 1. Oktober 2024 reicht die frühere M+S-Kennzeichnung allein nicht mehr aus.
Winter- und Ganzjahresreifen müssen die vorgeschriebene Kennzeichnung mit dem Alpine-Symbol tragen.
Dieses Symbol zeigt einen Berg mit drei Gipfeln und einer Schneeflocke.
Die Kennzeichnung weist darauf hin, dass der Reifen die entsprechenden Anforderungen an seine Schneeeigenschaften erfüllt.
Achtung: Reifen, die ausschließlich mit M+S gekennzeichnet sind, erfüllen die aktuellen Anforderungen der deutschen Winterreifenregelung nicht mehr.
Welche Bußgelder drohen ohne Winterreifen?
Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen mit ungeeigneten Reifen fährt, muss mit Sanktionen rechnen.
| Verstoß | Bußgeld |
|---|---|
| Fahren ohne geeignete Winterreifen | 60 Euro |
| Mit Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer | 80 Euro |
| Mit Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer | 100 Euro |
| Mit Unfallfolge | 120 Euro |
Für diese Verstöße fällt regelmäßig zusätzlich ein Punkt im Fahreignungsregister an.
Auch der Fahrzeughalter kann unter bestimmten Voraussetzungen belangt werden, wenn er die Inbetriebnahme eines nicht vorschriftsmäßig bereiften Fahrzeugs anordnet oder zulässt.
Rechtliche Einordnung: Bei einem Unfall können ungeeignete Reifen außerdem versicherungsrechtliche Folgen haben. Ob Leistungen gekürzt werden dürfen oder eine Mithaftung entsteht, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.
Winterreifen für Benziner: Worauf Autofahrer achten sollten
Bei Fahrzeugen mit Benzinmotor ist der Reifenwechsel ein zentraler Bestandteil der Wintervorbereitung.
Die Wahl geeigneter Winterreifen hängt unter anderem von Fahrzeuggewicht, Reifengröße, Geschwindigkeitsindex und Herstellerfreigaben ab.
1. Passende Reifengröße kontrollieren
Nicht jeder Winterreifen darf auf jedem Fahrzeug montiert werden.
Die zulässigen Reifengrößen ergeben sich aus den Fahrzeugunterlagen und gegebenenfalls weiteren Genehmigungen.
Auch Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsanforderungen müssen eingehalten werden.
2. Reifendruck bei Kälte überprüfen
Mit sinkender Temperatur verändert sich der Reifendruck.
Ein zu niedriger Druck kann:
-
Den Rollwiderstand erhöhen
-
Den Kraftstoffverbrauch steigern
-
Das Fahrverhalten verschlechtern
-
Den Reifenverschleiß beeinflussen
Der Reifendruck sollte bei kalten Reifen kontrolliert und entsprechend den Herstellervorgaben eingestellt werden.
3. Starterbatterie überprüfen
Benzinmotoren benötigen beim Starten ausreichend elektrische Energie.
Bei niedrigen Temperaturen kann die verfügbare Leistung einer geschwächten Starterbatterie abnehmen.
Besonders betroffen sind Fahrzeuge, die überwiegend auf Kurzstrecken genutzt werden.
4. Frostschutz und Scheibenwaschanlage kontrollieren
Neben dem rechtzeitigen Wechsel auf Winterreifen sollten Autofahrer auch das Kühlsystem, die Scheibenwaschanlage und die Scheibenwischer überprüfen. Besonders bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können unzureichend geschützte Flüssigkeiten zu technischen Problemen und kostspieligen Schäden führen.
Kühlmittel und Frostschutz prüfen
Das Kühlmittel schützt den Motor nicht nur vor Überhitzung, sondern bei geeigneter Zusammensetzung auch vor Frost und Korrosion. Ist die Frostschutzkonzentration zu niedrig, kann das Kühlmittel bei Minusgraden gefrieren und Bauteile des Kühlsystems beschädigen.
Die Frostschutzwirkung sollte deshalb vor Winterbeginn überprüft werden. Dabei sind ausschließlich Kühlmittel zu verwenden, die den Vorgaben des Fahrzeugherstellers entsprechen. Unterschiedliche Kühlmittel dürfen nicht ohne Prüfung ihrer Verträglichkeit miteinander vermischt werden.
Scheibenwaschanlage winterfest machen
Auch die Scheibenwaschanlage benötigt bei niedrigen Temperaturen einen geeigneten Frostschutz. Sommerreiniger bieten häufig keinen ausreichenden Schutz vor dem Einfrieren.
Ein wintergeeigneter Scheibenreiniger sollte entsprechend den Herstellerangaben dosiert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich bereits vorhandene Flüssigkeit im Behälter mit dem neuen Frostschutzmittel vermischt und dessen Frostschutzwirkung verändern kann.
Scheibenwischer auf Verschleiß kontrollieren
Beschädigte oder verhärtete Wischerblätter können Schlieren verursachen und die Sicht bei Regen, Schneefall und Spritzwasser erheblich beeinträchtigen.
Vor dem Winter sollten deshalb die Wischergummis auf Risse, Verformungen und ungleichmäßige Reinigung überprüft werden. Verschlissene Wischerblätter sind rechtzeitig auszutauschen.
Wichtig: Eine vereiste Windschutzscheibe darf nicht mit heißem Wasser enteist werden. Durch starke Temperaturunterschiede können Spannungen im Glas entstehen. Geeignete Eiskratzer und Scheibenenteiser sind die sicherere Alternative.
Empfehlung: Autofahrer sollten Frostschutz, Kühlmittelstand, Scheibenwaschanlage und Scheibenwischer möglichst vor dem ersten Frost kontrollieren. Eine frühzeitige Überprüfung verbessert die Sicht bei winterlichen Straßenverhältnissen und kann Schäden an der Fahrzeugtechnik verhindern.
Winterreifen für Dieselautos: Diese Besonderheiten sind wichtig
Dieselfahrzeuge unterliegen denselben Winterreifenregeln wie Benziner.
Allerdings unterscheiden sich die technischen Anforderungen an die Wintervorbereitung.
Besonders bei älteren Dieselfahrzeugen können niedrige Temperaturen zusätzliche Probleme verursachen.
1. Winterreifen mit ausreichender Tragfähigkeit wählen
Viele Dieselmodelle besitzen aufgrund ihrer Bauweise und Ausstattung eine vergleichsweise hohe Vorderachslast.
Deshalb müssen Winterreifen den vorgeschriebenen Lastindex erfüllen.
Entscheidend sind die zulässigen Achslasten und die konkreten Fahrzeugfreigaben, nicht allein die Motorart.
2. Winterdiesel und Kraftstoffversorgung beachten
Bei niedrigen Temperaturen können sich im Dieselkraftstoff Paraffinkristalle bilden.
Diese können die Kraftstoffversorgung beeinträchtigen, wenn der Kraftstoff nicht für die herrschenden Temperaturen geeignet ist.
In Deutschland wird an Tankstellen saisonal angepasster Dieselkraftstoff angeboten.
Winterdiesel nach den einschlägigen Anforderungen ist typischerweise auf eine Filtrierbarkeitsgrenze von etwa minus 20 Grad Celsius ausgelegt.
Dieser Wert ist allerdings keine Garantie dafür, dass jedes Fahrzeug unter allen Bedingungen bis zu dieser Temperatur problemlos funktioniert.
Der technische Zustand des Kraftstofffilters und der Kraftstoffanlage spielt ebenfalls eine Rolle.
Wichtig: Benzin oder ungeeignete Zusätze dürfen nicht eigenmächtig in den Dieseltank gegeben werden. Solche Maßnahmen können moderne Einspritzsysteme beschädigen.
3. Glühkerzen und Starterbatterie prüfen
Dieselmotoren benötigen insbesondere beim Kaltstart eine zuverlässige Stromversorgung.
Defekte Glühkerzen, schwache Batterien oder Probleme mit dem Ladesystem können den Start erschweren.
Mögliche Warnsignale sind:
-
Verzögerter Motorstart
-
Unruhiger Motorlauf unmittelbar nach dem Start
-
Wiederholte Startversuche
-
Fehlermeldungen im Kombiinstrument
Bei solchen Symptomen sollte die Ursache fachgerecht überprüft werden.
4. Dieselpartikelfilter bei Kurzstrecken beachten
Viele moderne Dieselfahrzeuge verfügen über einen Dieselpartikelfilter.
Häufige Kurzstrecken können die Regeneration des Filters erschweren.
Das Problem tritt nicht ausschließlich im Winter auf, kann aber bei kalten Temperaturen und ungünstigem Fahrprofil stärker auffallen.
Praxistipp: Die Betriebsanleitung enthält wichtige Hinweise zum Regenerationsverhalten. Warnmeldungen sollten nicht ignoriert werden.
Winterreifen für Elektroautos: Warum die richtige Reifenwahl besonders wichtig ist
Elektroautos benötigen ebenso geeignete Winterreifen wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Allerdings gibt es technische Unterschiede, die bei der Reifenwahl berücksichtigt werden sollten.
Dazu gehören das Fahrzeuggewicht, die Drehmomentcharakteristik und die Auswirkungen des Rollwiderstands auf den Energieverbrauch.
1. Höheres Fahrzeuggewicht berücksichtigen
Viele Elektroautos sind aufgrund ihrer Hochvoltbatterie schwerer als vergleichbare Verbrenner.
Daher muss die Tragfähigkeit der Winterreifen zum jeweiligen Fahrzeug passen.
Ein zu niedriger Lastindex kann ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Entscheidend sind die zulässigen Achslasten und die vom Hersteller freigegebenen Reifen.
2. Hohes Drehmoment kann den Reifenverschleiß beeinflussen
Elektromotoren stellen häufig bereits beim Anfahren ein hohes Drehmoment bereit.
Starkes Beschleunigen kann deshalb die Reifen zusätzlich belasten.
Wie schnell Winterreifen tatsächlich verschleißen, hängt jedoch auch von Fahrweise, Fahrzeuggewicht, Fahrwerk und Reifenmodell ab.
Eine angepasste Beschleunigung kann helfen, den Verschleiß zu begrenzen.
3. Rollwiderstand und Reichweite beachten
Winterreifen können den Energieverbrauch eines Elektroautos beeinflussen.
Dabei spielen mehrere Faktoren zusammen:
-
Rollwiderstand des Reifens
-
Außentemperatur
-
Fahrbahnbeschaffenheit
-
Reifendruck
-
Geschwindigkeit
-
Heizungsbedarf
Ein effizienter Winterreifen kann helfen, den zusätzlichen Energiebedarf zu begrenzen.
Allerdings sollte die Sicherheit auf winterlichen Straßen immer Vorrang vor einer möglichst hohen Reichweite haben.
4. Rekuperation bei Schnee und Eis richtig einschätzen
Elektroautos können beim Verzögern Energie zurückgewinnen.
Diese sogenannte Rekuperation verändert das Bremsverhalten gegenüber einem Fahrzeug, das überwiegend über die mechanischen Bremsen verzögert.
Auf glatten Straßen können starke Verzögerungsmomente die Traktion beeinflussen.
Moderne Fahrzeugsysteme regeln die Rekuperation häufig abhängig von der verfügbaren Haftung.
Dennoch sollten Fahrer die Einstellungen und das Verhalten ihres Fahrzeugs kennen.
Sicherheitshinweis: Bei Schnee und Eis vorsichtig beschleunigen, ausreichend Abstand halten und die vom Hersteller vorgesehenen Fahrprogramme verwenden.
5. Elektroauto im Winter richtig laden
Niedrige Temperaturen beeinflussen die Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Batterien.
Bei kaltem Akku kann die Ladeleistung reduziert sein.
Außerdem wird Energie für die Temperierung von Batterie und Innenraum benötigt.
Sinnvolle Maßnahmen sind:
-
Fahrzeug nach Möglichkeit während des Ladens vorklimatisieren
-
Vor längeren Fahrten ausreichend Reichweitenreserve einplanen
-
Verfügbare Batterie-Vorkonditionierung nutzen
-
Bei Schnellladestopps die Ladeplanung des Fahrzeugs berücksichtigen
-
Herstellerempfehlungen zu Ladezustand und Batterietemperatur beachten
Wichtig: Nicht jedes Elektroauto verfügt über eine aktive Batterie-Vorkonditionierung. Die verfügbaren Funktionen unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell.
Benziner, Diesel und Elektroauto: Die wichtigsten Unterschiede im Winter
| Kontrollpunkt | Benziner | Diesel | Elektroauto |
|---|---|---|---|
| Geeignete Winterreifen | Erforderlich | Erforderlich | Erforderlich |
| Reifendruck prüfen | Wichtig | Wichtig | Wichtig |
| Tragfähigkeit beachten | Ja | Ja | Besonders bei schweren Modellen |
| 12-Volt-Batterie prüfen | Ja | Ja | Ja |
| Kraftstoffversorgung | Benzinsystem | Winterdiesel beachten | Entfällt |
| Glühkerzen kontrollieren | Entfällt | Bei Bedarf | Entfällt |
| Kühlsystem prüfen | Ja | Ja | Nach Herstellervorgaben |
| Reichweitenverlust bei Kälte | Verbrauch kann steigen | Verbrauch kann steigen | Besonders relevant |
| Ladeplanung | Entfällt | Entfällt | Wichtig |
| Vorkonditionierung | Modellabhängig | Modellabhängig | Besonders sinnvoll |
Einordnung: Die gesetzlichen Anforderungen an die Bereifung unterscheiden sich nicht grundsätzlich nach der Antriebsart. Die zusätzlichen technischen Kontrollen sollten dagegen auf das jeweilige Fahrzeug abgestimmt werden.
Wie viel Profil müssen Winterreifen mindestens haben?
Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt in Deutschland 1,6 Millimeter.
Für Winterreifen wird jedoch häufig eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern empfohlen.
Der Hintergrund: Mit zunehmendem Verschleiß können sich die Eigenschaften auf Schnee und Schneematsch verschlechtern.
Profiltiefe richtig bewerten
| Profiltiefe | Bewertung |
|---|---|
| 6–8 mm | Bei vielen neuen Winterreifen üblicher Bereich |
| 4–6 mm | Für winterliche Bedingungen in der Regel noch gut nutzbar, sofern technisch einwandfrei |
| 3–4 mm | Eingeschränkte Wintereigenschaften möglich; Austausch einplanen |
| 1,6–3 mm | Gesetzlich teilweise noch zulässig, für winterliche Bedingungen jedoch nicht empfehlenswert |
| Unter 1,6 mm | Gesetzliche Mindestprofiltiefe unterschritten |
Die Werte dienen der allgemeinen Orientierung. Auch Alter, Schäden, ungleichmäßiger Verschleiß und Reifenqualität beeinflussen die Sicherheit.
Wie alt dürfen Winterreifen sein?
Für gewöhnliche Pkw-Winterreifen gibt es in Deutschland keine allgemeine gesetzliche Altersgrenze.
Mit zunehmendem Alter kann sich jedoch die Gummimischung verändern.
Deshalb sollten ältere Reifen besonders sorgfältig kontrolliert werden.
Das Herstellungsdatum lässt sich über die DOT-Kennzeichnung ablesen.
Beispiel:
DOT 3522
Die letzten vier Ziffern bedeuten:
-
35 = Kalenderwoche
-
22 = Herstellungsjahr 2022
Der Reifen wurde somit in der 35. Kalenderwoche des Jahres 2022 hergestellt.
Ein hohes Reifenalter bedeutet nicht automatisch, dass der Reifen unzulässig ist. Entscheidend sind Zustand, Lagerung und Einsatzbedingungen.
Winterreifen oder Ganzjahresreifen: Welche Lösung ist sinnvoll?
Ganzjahresreifen können eine Alternative zu saisonalen Sommer- und Winterreifen darstellen.
Voraussetzung für die Nutzung bei winterlichen Straßenverhältnissen ist unter anderem die vorgeschriebene Alpine-Kennzeichnung.
Ob Ganzjahresreifen sinnvoll sind, hängt stark vom individuellen Fahrprofil ab.
Wann Ganzjahresreifen infrage kommen
Sie können insbesondere für Autofahrer interessant sein, die:
-
Überwiegend in Städten unterwegs sind
-
Relativ wenige Kilometer fahren
-
Selten in schneereichen Regionen unterwegs sind
-
Bei extremem Winterwetter auf Fahrten verzichten können
Wann separate Winterreifen sinnvoller sind
Ein saisonaler Reifensatz kann besonders für Autofahrer vorteilhaft sein, die regelmäßig:
-
Längere Autobahnstrecken zurücklegen
-
In Mittelgebirgen oder Alpenregionen fahren
-
Frühmorgens bei Frost unterwegs sind
-
Bei Schnee und Eis auf das Fahrzeug angewiesen sind
Entscheidungshilfe: Ganzjahresreifen sparen den saisonalen Radwechsel, sind aber immer ein technischer Kompromiss. Hochwertige Winterreifen können bei anspruchsvollen Winterbedingungen Vorteile bieten.
Was kosten Winterreifen und Reifenwechsel 2026?
Die Kosten für Winterreifen unterscheiden sich erheblich nach Reifendimension, Hersteller, Fahrzeugtyp und Leistungsanforderungen.
Besonders große Felgendurchmesser, hohe Tragfähigkeitsindizes und spezielle Fahrzeugfreigaben können den Preis erhöhen.
Auch der Aufwand für Montage und Reifendruckkontrollsysteme spielt eine Rolle.
Welche Kosten sollten Autofahrer berücksichtigen?
| Kostenposition | Wovon der Preis abhängt |
|---|---|
| Neue Winterreifen | Marke, Dimension, Lastindex, Qualität |
| Reifenmontage | Felgengröße, Werkstatt, Montageaufwand |
| Auswuchten | Radgröße und Arbeitsaufwand |
| Räderwechsel | Fahrzeugtyp und Werkstatt |
| Reifeneinlagerung | Standort, Lagerdauer und Serviceumfang |
| Reifendrucksensoren | Sensortyp, Programmierung und Fahrzeug |
Pauschale bundesweite Festpreise sind wenig aussagekräftig.
Vor dem Kauf empfiehlt sich deshalb ein Vergleich mehrerer Angebote.
Dabei sollten nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch Nassbremsverhalten, Schneehaftung, Verschleiß und Effizienz berücksichtigt werden.
Spartipp: Ein günstiger Reifen ist nicht automatisch wirtschaftlicher. Eine längere Nutzungsdauer und gute Sicherheitseigenschaften können einen höheren Anschaffungspreis rechtfertigen.
Winterreifen richtig lagern: So vermeiden Sie Schäden
Wer zwischen Sommer- und Winterreifen wechselt, sollte den jeweils nicht benötigten Reifensatz fachgerecht aufbewahren.
Ungünstige Lagerbedingungen können die Reifenalterung beschleunigen.
Wichtige Maßnahmen:
-
Reifen vor der Einlagerung reinigen.
-
Profil und Seitenwände auf Beschädigungen kontrollieren.
-
Die ursprüngliche Radposition markieren.
-
Reifen trocken, kühl und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt lagern.
-
Kontakt mit Öl, Kraftstoffen und schädlichen Chemikalien vermeiden.
-
Kompletträder und Reifen ohne Felgen entsprechend den Lagerempfehlungen unterschiedlich aufbewahren.
Kompletträder können beispielsweise auf einem geeigneten Felgenbaum gelagert werden.
Reifen ohne Felgen sollten in der Regel aufrecht stehen und gelegentlich gedreht werden.
Winter-Checkliste 2026: 15 Punkte vor dem ersten Frost
Diese Kontrollen helfen, Benziner, Diesel und Elektroautos rechtzeitig auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten.
☐ Winterreifen mit Alpine-Symbol kontrollieren
☐ Profiltiefe an allen Reifen messen
☐ Reifen auf Risse und Beschädigungen untersuchen
☐ Reifendruck nach Herstellervorgaben einstellen
☐ Reifendruckkontrollsystem überprüfen
☐ Radschrauben beziehungsweise Radmuttern fachgerecht kontrollieren lassen
☐ Starterbatterie beziehungsweise 12-Volt-Bordnetz prüfen
☐ Scheibenwaschanlage mit geeignetem Frostschutz befüllen
☐ Scheibenwischer kontrollieren
☐ Abblendlicht, Bremslicht und Blinker überprüfen
☐ Kühlmittel und Frostschutz nach Herstellervorgaben kontrollieren
☐ Bei Dieselfahrzeugen Kraftstoffversorgung und Kaltstartverhalten beachten
☐ Bei Elektroautos Ladeplanung und Vorkonditionierung prüfen
☐ Eiskratzer und geeignete Winterausrüstung bereithalten
☐ Fahrweise und Sicherheitsabstand an winterliche Bedingungen anpassen
Praxistipp: Die Wintervorbereitung sollte möglichst vor den ersten längeren Frostperioden erfolgen. So bleibt ausreichend Zeit, beschädigte Reifen zu ersetzen oder technische Probleme beheben zu lassen.
Häufige Fragen zu Winterreifen 2026
Ab wann sind Winterreifen in Deutschland Pflicht?
Eine feste gesetzliche Frist gibt es nicht. Winterreifen sind bei den in § 2 Absatz 3a StVO genannten winterlichen Straßenverhältnissen vorgeschrieben. Die Faustregel von Oktober bis Ostern dient lediglich der Orientierung.
Brauchen Elektroautos spezielle Winterreifen?
Nicht grundsätzlich. Entscheidend sind geeignete Reifengröße, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitsindex und Fahrzeugfreigaben. Reifen mit geringem Rollwiderstand können die Energieeffizienz verbessern, dürfen aber nicht zulasten der erforderlichen Wintereigenschaften gehen.
Sind Ganzjahresreifen 2026 erlaubt?
Ja. Ganzjahresreifen dürfen bei winterlichen Straßenverhältnissen verwendet werden, wenn sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Dazu gehört insbesondere die vorgeschriebene Alpine-Kennzeichnung.
Reichen drei Millimeter Profil bei Winterreifen?
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter. Für winterliche Bedingungen werden jedoch mindestens vier Millimeter empfohlen. Drei Millimeter können daher trotz grundsätzlicher rechtlicher Zulässigkeit bereits ein Sicherheitsnachteil sein.
Verbrauchen Elektroautos mit Winterreifen mehr Strom?
Das ist möglich. Rollwiderstand, Reifendruck und Straßenbedingungen beeinflussen den Stromverbrauch. Hinzu kommen im Winter der Heizungsbedarf und die temperaturabhängige Leistungsfähigkeit des Akkus. Der tatsächliche Mehrverbrauch unterscheidet sich erheblich zwischen Fahrzeugen und Einsatzbedingungen.
Können Dieselautos bei Frost Probleme bekommen?
Ja. Bei sehr niedrigen Temperaturen können unter anderem Kraftstoffversorgung, Starterbatterie und Vorglühsystem Probleme verursachen. Saisonaler Winterdiesel reduziert das Risiko kältebedingter Kraftstoffprobleme, verhindert aber nicht jede technische Störung.
Müssen Winterreifen auf allen vier Rädern montiert sein?
Bei einem gewöhnlichen Pkw müssen bei winterlichen Straßenverhältnissen grundsätzlich alle vier Räder mit geeigneten Reifen ausgestattet sein. Unterschiedliche Reifentypen können das Fahrverhalten negativ beeinflussen.
Sind Winterreifen im Sommer verboten?
Ein allgemeines Sommerverbot für Winterreifen besteht in Deutschland nicht. Allerdings können Winterreifen bei hohen Temperaturen Nachteile beim Bremsverhalten, Verschleiß und Fahrverhalten aufweisen. Für den Sommer sind geeignete Sommerreifen daher in der Regel die bessere Wahl.
Muss ich beim Elektroauto die 12-Volt-Batterie prüfen?
Ja. Die meisten Elektroautos besitzen zusätzlich zum Hochvoltakku ein Niedervoltbordnetz. Ein Ausfall der 12-Volt-Versorgung kann wichtige Fahrzeugfunktionen beeinträchtigen oder das Starten des Fahrzeugs verhindern.
Fazit: Winterreifen 2026 und die richtige Wintervorbereitung
Die rechtzeitige Vorbereitung auf den Winter ist für Benziner, Diesel und Elektroautos gleichermaßen wichtig.
Winterreifen mit Alpine-Symbol, ausreichender Profiltiefe und korrektem Reifendruck bilden die Grundlage für sicheres Fahren bei Schnee, Eis und winterlicher Glätte.
Darüber hinaus sollten Autofahrer die technischen Besonderheiten ihres Antriebs berücksichtigen.
Bei Benzinfahrzeugen sind unter anderem Batterie, Zündanlage und Frostschutz relevant. Dieselfahrer sollten zusätzlich auf die Kraftstoffversorgung und das Kaltstartverhalten achten.
Bei Elektroautos stehen neben geeigneten Reifen die Reichweitenplanung, das Batterietemperaturmanagement und die Ladeleistung im Mittelpunkt.
Wer Reifen und Fahrzeugtechnik frühzeitig überprüft, kann Pannen vorbeugen, unnötige Reparaturkosten vermeiden und die Verkehrssicherheit verbessern.
Entscheidend bleibt jedoch eine angepasste Fahrweise: Auch hochwertige Winterreifen können die physikalischen Grenzen auf Schnee und Eis nicht aufheben.
Quellen und weiterführende Informationen
1. Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)
§ 2 Absatz 3a – Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen
Quelle: Gesetze im Internet
https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__2.html
2. Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)
§ 36 – Bereifung und Laufflächen
Quelle: Gesetze im Internet
https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html
3. ADAC – Winterreifen und Winterreifenpflicht
Informationen zu Kennzeichnung, Vorschriften und Reifenwahl
Quelle: ADAC
https://www.adac.de/
4. ADAC – Winterreifen- und Ganzjahresreifentests
Vergleich von Sicherheit, Fahrverhalten und Reifenqualität
Quelle: ADAC
https://www.adac.de/
5. Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)
Informationen zu Fahrzeugtechnik, Zulassung und Verkehrssicherheit
Quelle: KBA
https://www.kba.de/
Stand: Oktober 2026. Die rechtlichen Angaben beziehen sich auf Deutschland. Der Beitrag dient der allgemeinen Information. Maßgeblich sind die geltenden Vorschriften und die technischen Vorgaben des jeweiligen Fahrzeugherstellers.
